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Seegräbner Besuch bei der ARA Wetzikon

Grosse Investitionen in die Abwasserbehandlung als Daueraufgabe

Es war alles andere als eine trockene, technische Angelegenheit, die den Besucherinnen und Besuchern aus Seegräben bei ihrem Besuch der Abwasserreinigungsanlage (ARA) in Wetzikon geboten wurde. Das zeigte sich auch an den zahlreichen Fragen, die dem Leiter der Führung, Thomas Bhend, Bereichsleiter der Stadtentwässerung, sowie dem zuständigen Wetziker Tiefbauvorstand, Stadtrat Henry Vettiger, gestellt wurden.

Bis um die Jahrtausendwende führte die Gemeinde Seegräben im Unteraatal eine eigene Kläranlage. Seither wird das Abwasser zur Reinigung und Wiederaufbereitung nach Wetzikon gepumpt und die ehemalige Anlage im Aatal dient als Pumpstation.

Die ARA in Wetzikon entwickelte sich im Verlauf der Jahre zu einer grossen, komplexen Anlage mit unzähligen technischen Einrichtungen. Gegenwärtig wird die im Jahre 1961 in Betrieb genommene Anlage einmal mehr weiter ausgebaut. Die Kapazität soll von gegenwärtig 37’000 Einwohnergleichwerten auf deren 52’000 ausgebaut werden. Zusätzlich wird eine Fernwärmezentrale gebaut, womit dereinst 1’200 Haushalte mit Wärme versorgt werden können. Die Wärme wird aus dem gereinigten Wasser vor der Einleitung in den Aabach entnommen und mittels Wärmepumpe auf die notwendige Temperatur erhöht. Schon während des Reinigungs- und Gärprozesses entsteht Biogas, das ins Erdgasnetz der Stadt Wetzikon eingespiesen wird.

Neben der ständig erweiterten ARA und den verschiedenen Pumpstationen ist das Netz der Abwasserleitungen alleine in Wetzikon auf eine Länge von 90 km angewachsen. Dass der Unterhalt und die Erneuerung auch dieses Leitungsnetzes wichtig und aufwändig ist, leuchtet ein.

Zusätzliche Substanzen sollen aus dem Wasser entfernt werden

Das Abwasser durchläuft vier Reinigungsstufen: Die mechanische, die biologische sowie die chemische Reinigung und seit neuester Zeit die Filtration. Neben den Feststoffen geht es um die Filterung grosser Mengen von Phosphaten und Stickstoff. Mit der vierten Reinigungsstufe sollen zusätzlich auch Medikamentenrückstände möglichst weitgehend aus dem Wasser entfernt werden. Grundsätzlich finden sich alle Substanzen, die wir anwenden oder konsumieren, irgendwann im Abwasser wieder. So lassen sich der Zuckergehalt, verschiedenste Hormone aber selbst auch Suchtmittel wie Heroin oder Kokain nachweisen.

Phosphate (=Endprodukt der Kombination von Phosphor und Sauerstoff) finden sich nach wie vor in Dusch- und Reinigungsmitteln, so auch in Abwasch-Tabs. Wegen des sehr grossen Einzugsgebiets des Greifensees und wegen dessen relativ kleiner Wassermenge, ist der Phosphateintrag für den Greifensee ein Problem. Phosphor (chem. Element: P) ist aber auch ein wichtiges Element, das eine direkte Rolle in biologischen Prozessen spielt und kostspielig im Bergbau gewonnen werden muss. Es wird daher angestrebt, den Phosphor aus der Asche des verbrannten Klärschlamms zurückzugewinnen und ihn wieder dem Nährstoffkreislauf zuzuführen.

Dieser ARA-Besuch reihte sich ein an die früheren Besuche der Kehrichtverwertungsanlage KEZO und des Trinkwasserwerkes in Wetzikon und rundete die Thematik Versorgung / Entsorgung ab. Das nächste Jahr steht im Zeichen von 50 Jahre SVP Seegräben mit einer Jubiläumsfeier am 26. September 2025.

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